Formgedächtnislegierungen
3. Materialverhalten unter thermomechanischer Belastung
Die erläuterte Mikrostruktur wirkt sich natürlich bis in das
makroskopisch wahrnehmbare Materialverhalten aus. Dieses möchte ich
Ihnen anhand eines Spannungs-Dehnungs-Temperaturdiagrammes erläutern.
Darin bezeichnet der Buchstabe A die Austenitphase, der Buchstabe M den
Zwillingsmartensit und das M mit dem Pfeil steht stellvertretend
für den ausgerichteten Martensit.
Oberhalb einer bestimmten Temperatur Md, bei der sich die
Formgedächtnislegierung in der Austenit Phase befindet, verhält
sich eine Formgedächtnislegierung elasto-plastisch. Zwischen der Austenit
finish Temperatur (Af) und Md kann pseudoelastisches
Materialverhalten beobachtet werden. Aufgrund der wirkenden Spannungen
finden während der Deformation martensitische Phasenumwandlungen statt.
Die martensitische Phasenumwandlung ermöglicht im Fall von NiTi Deformationen
von bis zu 8% Dehnung. Ein anderer spannungsinduzierter Effekt ist unterhalb
der sogenannten Martenist finish Temperatur beobachtbar. In diesem Temperaturbereich
besteht die Mikrostruktur aus Martenisit-Zwillingen. Diese können
ab einem bestimmten Spannungsniveau ausgerichtet und bei einer Belastungsumkehr
reorientiert werden. Aufgrund der Beobachtung, daß inelastische Deformationen
im spannungsfreien Zustand zurückbleiben, diese jedoch in keinem Zusammenhang
mit plastischen Deformationen stehen wird das beobachtete Materialverhalten
als Pseudoplastizität bezeichnet.
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Einleitung
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